Am 21. Mai 2017 verstarb Dr. Maria Schiestl in Kenia

"Für sie lebe ich weiter ..."

In der Nacht auf Sonntag, den 21. Mai 2017 schloss Frau Dr. Maria Schiestl im Women Hospital in Nairobi für immer ihre Augen.

Maria wurde am 11. September 1952 in Zell am Ziller geboren und verbrachte ihre Kindheit als Älteste von sieben Kindern am Hainzenberg im Zillertal. Nach der Pflichtschule in Ramsau und dem Realgymnasium in Zams schloss sie 1974 die Ausbildung zur Volksschullehrerin und 1978 zur Hauptschullehrerin ab. Bis zum Beginn ihres Medizinstudiums 1989 an der Uni Innsbruck, welches Maria Schiestl erst mit 37 Jahren begann und sich dieses mit Teilzeitjobs, z.B. als Kassierin an der MPreis-Kasse, finanzierte, unterrichtete sie an den Hauptschulen in Söll, Mayrhofen und Tux. Zwischendurch leitete sie über 5 Jahre die Secondary School in Kenia.

Nach ihrer Promotion im Jahr 2000 sowie der Turnus-Zeit im Krankenhaus Schwaz und an der Uni-Klinik Innsbruck verwirklichte sie „ihren Traum“ und begann im Jänner 2005 ihre Arbeit als Ärztliche Leiterin im Health-Center von Entasekera im Loita Hochland von Kenia.

Mit einer unglaublichen Portion Mut, Energie und unerschütterlichem Gottvertrauen, vor allem aber mit ihrem „großen Herzen für das Volk der Massai“, stellte sich Maria allen Herausforderung und Problemen, die ihren Weg kreuzten und baute in den vergangenen 12 Jahren das Health-Center von Entasekera zu einem nicht mehr wegzudenkenden medizinischen Stützpunkt in dieser Region aus.

Fehlte am Beginn „ihrer Mission“ so ziemlich alles was eine medizinische Versorgung der Bevölkerung überhaupt möglich machte, so gelang es „Daktari Maria“ im Laufe der Jahre mit vielen Freunden, Bekannten, Organisationen und Firmen mittels Spenden das Krankenhaus auf „Vordermann“ zu bringen. Ein ganz besonderes Anliegen war ihr neben Verbesserung der Hygiene-Standards, Labor-Einrichtung, Installierung einer Zahnklinik, Aufklärungsarbeit über HIV/Aids und Tb und der Ausbildung des Personals vor allem die Bildung der Massai-Frauen in den von ihr veranstalteten Frauen-Work-Shops. „Bildest du eine Frau, veränderst du die Gesellschaft“, lautete Marias Credo.

Die Aktion „Sterntaler“, welche 2006 von den beiden Brüdern Michael und Peter Knauer auf vollkommen unkonventionelle Art und Weise gegründet wurde, entwickelte sich zu einem fixen Bestandteil ihrer Arbeit. Damit war es Maria möglich, über „finanziell schwierige Zeiten darüber zu kommen“ und den Betrieb des Krankenhauses aufrecht erhalten zu können. Nebenbei konnte damit das Medizinstudium von Isaih Mootian, dem nach seinem Medizinabschluss von Dr. Maria Schiestl im Herbst vergangenen Jahres die Leitung „ihres Krankenhauses“ übertragen wurde, finanziert werden. Damit ging für Maria ein großer Traum in Erfüllung.

Dr. Maria Schiestls Wirken blieb auch hierzulande kaum jemandem verborgen und so wurden ihr im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Preise verliehen und Anerkennungen ausgesprochen: 2012 der „Silberlöwe“ des LIONS-Clubs Schwaz, 2013 das „Ehrenzeichen der Caritas“ und 2016 das Verdienstkreuz des Landes Tirol. Für „ihr Lebenswerk“ - den Aufbau einer funktionierenden Krankenstation im Loita Hochland, wurde Daktari Maria Schiestl am 25. November 2016 im Rahmen eines berührenden Festaktes im ORF-Landesstudio Tirol mit dem „Romero-Preis 2016“ ausgezeichnet.

Ihr Lebenswerk wird weiterleben -
dafür hat Maria in den letzten Jahren sehr, sehr viele Weichen gestellt. Sei es im Personalbereich, der Krankenhausführung, der Zusammenarbeit mit dem County sowie mit ihren Gönnern, Freunden und Bekannten. So wird auch die Sterntaler-Familie darauf schauen, dass ihr Traum weiterleben wird.

Nach dem plötzlichem Ableben von Dr. Maria Schiestl wird ihr Anwalt, RA Dr. Rainer Wechselberger, alle notwendigen Schritte in die Wege leiten, damit "Marias Lebenswerk" ihrem Wunsch entsprechend u.a. mit den Mitteln der Sterntaler-Aktion geordnet und unter österreichischem Kontrolling sowie in Zusammenarbeit mit dem von Dr. Maria Schiestl installierten Leiter des Krankenhauses, Dr. Ihsaia weitergeführt werden kann.


1 Euro = 1 Sterntaler. Spendenkonto Zillertaler Sterntaler, Raiffeisenbank Hippach, IBAN: AT26 3624 1000 0005 3876, BIC: RZTIAT AT22 241