Zum Jahreswechsel

„Das vergangene Jahr war wie ein altes Schulheft, vollgeschrieben mit verlorener Zeit, mit Fehlern, Schwächen, Nachlässigkeiten. Das neue Jahr ist ein neues Heft. Doch niemand von uns weiß, ob er alle 365 Seiten beschreiben kann.“

Wieder ist ein neues Jahr heraufgezogen. Am Neujahrstag haben wir es feucht-fröhlich willkommen geheißen. Wir wissen alle ganz gut, dass der Neujahrstag uns kein „wirklich neues Jahr bringt. Eine Jahreszahl ändert sich, gewiss, aber sonst geht alles weiter wie bisher. Und doch ist die Neujahrsfeier etwas Besonderes.
Zu allen Zeiten haben die Menschen ein Fest des Beginns in regelmäßiger Wiederkehr gefeiert. Wie wir den eigenen Geburtstag feiern, so möchten wir auch dem Zeitlauf einen Geburtstag gönnen. Bei uns ist es der 1. Jänner. Es entspricht einem unausrottbaren Bedürfnis des Menschen, einen derartigen Termin anzusetzen mit der Symbolik: Anfang. Im Grunde handelt es sich um die gleiche Symbolik wie beim Geburtstag: Man erinnert sich, angefangen zu haben. Man wehrt sich gegen das Gefühl, wie eine Welle mitten im Strom zu fließen und zu verfließen. Unsere Zeit denkt nicht gern an das Ende, an den Tod. Und doch ist der Tod vielmehr immerfort im Leben des Menschen gegenwärtig. Das Leben ist immer ein Leben auf den Tod hin. Das Leben ist ein dialektischer Prozess zwischen Zeit und Ewigkeit. Der Tod wird zu einer Begegnung zwischen dem Menschen und Gott. Auf diese Begegnung sollen wir uns in diesem Leben vorbereiten.
Letztlich wird alles auf die Liebe hinauslaufen, wobei die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten wie zwei unzertrennliche Zwillinge sind. Bei manchen Menschen fällt es uns leicht, sie zu lieben, bei anderen ist es schwieriger; sie sind uns nicht sympathisch, sie haben uns verletzt und uns weh getan. Nur wenn ich Gott ernsthaft liebe, wird es mir gelingen, sie zu lieben, weil auch sie Kinder Gottes sind. Wir alle sind Kinder des himmlischen Vaters. Wir alle, Völker und Nationen, sitzen im selben Boot. Wir sind räumlich und kulturell einander näher gekommen. Aber es herrscht hoher Wellengang. Wenn wir nicht kentern wollen, gibt es nur eine Regel: Alle für einen, einer für alle; auf dem bestehen, was uns zusammenführt, all das vergessen, was uns trennt“, schreibt Johannes Paul I.
In diesem Sinne: Ein gutes, neues Jahr 2017!

Anton Höllwarth

Zum Jahreswechsel

„Das vergangene Jahr war wie ein altes Schulheft, vollgeschrieben mit verlorener Zeit, mit Fehlern, Schwächen, Nachlässigkeiten. Das neue Jahr ist ein neues Heft. Doch niemand von uns weiß, ob er alle 365 Seiten beschreiben kann.“

Wieder ist ein neues Jahr heraufgezogen. Am Neujahrstag haben wir es feucht-fröhlich willkommen geheißen. Wir wissen alle ganz gut, dass der Neujahrstag uns kein „wirklich neues Jahr bringt. Eine Jahreszahl ändert sich, gewiss, aber sonst geht alles weiter wie bisher. Und doch ist die Neujahrsfeier etwas Besonderes.
Zu allen Zeiten haben die Menschen ein Fest des Beginns in regelmäßiger Wiederkehr gefeiert. Wie wir den eigenen Geburtstag feiern, so möchten wir auch dem Zeitlauf einen Geburtstag gönnen. Bei uns ist es der 1. Jänner. Es entspricht einem unausrottbaren Bedürfnis des Menschen, einen derartigen Termin anzusetzen mit der Symbolik: Anfang. Im Grunde handelt es sich um die gleiche Symbolik wie beim Geburtstag: Man erinnert sich, angefangen zu haben. Man wehrt sich gegen das Gefühl, wie eine Welle mitten im Strom zu fließen und zu verfließen. Unsere Zeit denkt nicht gern an das Ende, an den Tod. Und doch ist der Tod vielmehr immerfort im Leben des Menschen gegenwärtig. Das Leben ist immer ein Leben auf den Tod hin. Das Leben ist ein dialektischer Prozess zwischen Zeit und Ewigkeit. Der Tod wird zu einer Begegnung zwischen dem Menschen und Gott. Auf diese Begegnung sollen wir uns in diesem Leben vorbereiten.
Letztlich wird alles auf die Liebe hinauslaufen, wobei die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten wie zwei unzertrennliche Zwillinge sind. Bei manchen Menschen fällt es uns leicht, sie zu lieben, bei anderen ist es schwieriger; sie sind uns nicht sympathisch, sie haben uns verletzt und uns weh getan. Nur wenn ich Gott ernsthaft liebe, wird es mir gelingen, sie zu lieben, weil auch sie Kinder Gottes sind. Wir alle sind Kinder des himmlischen Vaters. Wir alle, Völker und Nationen, sitzen im selben Boot. Wir sind räumlich und kulturell einander näher gekommen. Aber es herrscht hoher Wellengang. Wenn wir nicht kentern wollen, gibt es nur eine Regel: Alle für einen, einer für alle; auf dem bestehen, was uns zusammenführt, all das vergessen, was uns trennt“, schreibt Johannes Paul I.
In diesem Sinne: Ein gutes, neues Jahr 2017!

Anton Höllwarth