Wenn die Liebe auf der Strecke bleibt

„Gott will nicht den Tod, sondern das ewige Leben; nicht das Scheitern in der Hölle, sondern die Seligkeit des Himmels. Aber Gott achtet die menschliche Freiheit; er zwingt keinen, sich ihm zu öffnen.“
„Botschaft des Glaubens“ (Ein katholischer Katechismus)


Jedes Jahr in der Adventzeit besinnt sich die Kirche darauf, dass sie auf die Wiederkunft Christi wartet.
Im Lauf der Geschichte traten immer wieder Besserwisser auf, die das Ende der Welt genau datieren wollten; doch sie alle irrten immer wieder. Jesus sagt ausdrücklich im Evangelium: „Jenen Tag und jene Stunde kennt niemand... nur der Vater.“ Im Tod steht jeder von uns vor Gott. Er wird über sein Leben Rechenschaft ablegen müssen. Vor Gott gilt nicht, ob einer im Leben erfolgreich war und Ansehen genoss. Gott richtet und urteilt nicht nach den Maßstäben der Menschen. Der Maßstab wird die Liebe sein. Wer im Sterben reif und rein genug ist für die ewige Gemeinschaft mit Gott, der - so sagen wir - kommt in den Himmel. Gott will ja das volle Glück eines jeden Menschen.
Wir müssen uns aber auch die Frage stellen: Was ist mit denen, die mit überaus schwerer Schuld beladen vor Gott hintreten und sich dem Gericht stellen müsssen? Unter diesen Menschen sind schreckliche und gewissenlose Massenmörder, Verbrecher und Gewalttäter. Sollten auch diese Menschen der ewigen Gemeinschaft mit Gott teilhaftig werden, so müssten sie eine Läuterung erfahren, die sie völlig verwandelt. Sie müssten gewissermaßen neue, andere Menschen werden; auch diejenigen, die sie getötet oder bestialisch gequält haben, müssten sie jetzt als Freunde annehmen. Ein solches Wunder von Verwandlung wäre ihnen zu wünschen. Aber werden sie es selber wollen? Können sie sich selber vergeben? Über das, was Christen unter Hölle verstehen, kann man sinnvoll nur nachdenken, wenn man überzeugt ist: Das Leben des Menschen hat ein ewiges Ziel, und man kann dieses Ziel verfehlen.
Jesus spricht mit großem Ernst von der Möglichkeit dieses Scheiterns. Er warnt vor der Möglichkeit, dass ein Mensch sich der Liebe Gottes, der ihm auch im Mitmenschen begegnet, endgültig verschließt, sich im Bösen verhärtet und so stirbt. Vielleicht ist die Hölle ein Zustand, in dem man nicht mehr lieben kann.

ah

Wenn die Liebe auf der Strecke bleibt

„Gott will nicht den Tod, sondern das ewige Leben; nicht das Scheitern in der Hölle, sondern die Seligkeit des Himmels. Aber Gott achtet die menschliche Freiheit; er zwingt keinen, sich ihm zu öffnen.“
„Botschaft des Glaubens“ (Ein katholischer Katechismus)


Jedes Jahr in der Adventzeit besinnt sich die Kirche darauf, dass sie auf die Wiederkunft Christi wartet.
Im Lauf der Geschichte traten immer wieder Besserwisser auf, die das Ende der Welt genau datieren wollten; doch sie alle irrten immer wieder. Jesus sagt ausdrücklich im Evangelium: „Jenen Tag und jene Stunde kennt niemand... nur der Vater.“ Im Tod steht jeder von uns vor Gott. Er wird über sein Leben Rechenschaft ablegen müssen. Vor Gott gilt nicht, ob einer im Leben erfolgreich war und Ansehen genoss. Gott richtet und urteilt nicht nach den Maßstäben der Menschen. Der Maßstab wird die Liebe sein. Wer im Sterben reif und rein genug ist für die ewige Gemeinschaft mit Gott, der - so sagen wir - kommt in den Himmel. Gott will ja das volle Glück eines jeden Menschen.
Wir müssen uns aber auch die Frage stellen: Was ist mit denen, die mit überaus schwerer Schuld beladen vor Gott hintreten und sich dem Gericht stellen müsssen? Unter diesen Menschen sind schreckliche und gewissenlose Massenmörder, Verbrecher und Gewalttäter. Sollten auch diese Menschen der ewigen Gemeinschaft mit Gott teilhaftig werden, so müssten sie eine Läuterung erfahren, die sie völlig verwandelt. Sie müssten gewissermaßen neue, andere Menschen werden; auch diejenigen, die sie getötet oder bestialisch gequält haben, müssten sie jetzt als Freunde annehmen. Ein solches Wunder von Verwandlung wäre ihnen zu wünschen. Aber werden sie es selber wollen? Können sie sich selber vergeben? Über das, was Christen unter Hölle verstehen, kann man sinnvoll nur nachdenken, wenn man überzeugt ist: Das Leben des Menschen hat ein ewiges Ziel, und man kann dieses Ziel verfehlen.
Jesus spricht mit großem Ernst von der Möglichkeit dieses Scheiterns. Er warnt vor der Möglichkeit, dass ein Mensch sich der Liebe Gottes, der ihm auch im Mitmenschen begegnet, endgültig verschließt, sich im Bösen verhärtet und so stirbt. Vielleicht ist die Hölle ein Zustand, in dem man nicht mehr lieben kann.

ah