Einheit der Menschheit und der Kirche

„Zur christlichen Botschaft gehört die Überzeugung von der Einheit der Menschheit. Die Menschheit ist eine, ob sie dies reflektiert oder nicht, will oder nicht.“
Karl Rahner


Der 1. Jänner ist der „Weltfriedenstag“. Jedes neue Jahr beginnen wir mit dem Wunsch nach Frieden - in unserem Herzen, in unserer Umgebung und weltweit. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute, Gesundheit und viel Glück. Alle diese Wünsche haben nur dann eine Chance auf Verwirklichung, wenn die erste Voraussetzung dafür gegeben ist: der Friede! Ohne Frieden kann nichts Gutes gedeihen, weder in der Familie, noch im Staat, weder zwischen einzelnen Personen, noch zwischen den Ländern. „Je mehr jemand zum Frieden mit sich selbst kommt, desto mehr und desto höhere Dinge erkennt er ohne Mühe; denn von oben erhellt ihn das Licht des Erkennens‘‘, sagt Thomas von Kempen.
Wir sind eine Menschheitsfamilie. Unser christlicher Glaube sagt uns, dass alle Menschen ohne Ausnahme trotz aller Unterschiede der Rassen, der Geschichte und der Verschiedenheit der Kulturen von dem einen und selben Gott ins Dasein gerufen sind. Letztlich sind wir alle Brüder und Schwestern. Die Völker sind heute enger zusammengerückt. Jedes politische und kulturelle Ereignis irgendwo in der Welt ist für alle Völker und Regionen der Welt von Bedeutung. Und nukleare Katastrophen machen vor Landesgrenzen nicht Halt. Wir leben in einer Welt, die immer mehr zu einer Einheit und Schicksalsgemeinschaft zusammenwächst. In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage nach der Einheit der Kirche angesichts ihrer Spaltung und Zerrissenheit in viele Kirchen und christlichen Gemeinschaften, die untereinander nicht kommunizieren, auf. Die kirchengeschichtliche Getrenntheit der Kirchen ist ein Skandal, der die Christen im Allgemeinen und ihre Amtsträger in besonderer Weise schrecklich anklagt. Es wäre schön, wenn ich die Einheit der christlichen Kirche noch erleben dürfte, schließlich werde ich auch bald sechzig Jahre alt.
„Das Papsttum in Rom dürfe sich nicht mit den sehr allgemeinen Erklärungen des Zweiten Vatikanums begnügen, innerhalb der einen Kirche sei genügend Platz für eine große Vielfalt vom Raum und der Geschichte her verschiedener Teilkirchen, meint Karl Rahner und fordert ebenfalls die volle Einheit.

ah

Einheit der Menschheit und der Kirche

„Zur christlichen Botschaft gehört die Überzeugung von der Einheit der Menschheit. Die Menschheit ist eine, ob sie dies reflektiert oder nicht, will oder nicht.“
Karl Rahner


Der 1. Jänner ist der „Weltfriedenstag“. Jedes neue Jahr beginnen wir mit dem Wunsch nach Frieden - in unserem Herzen, in unserer Umgebung und weltweit. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute, Gesundheit und viel Glück. Alle diese Wünsche haben nur dann eine Chance auf Verwirklichung, wenn die erste Voraussetzung dafür gegeben ist: der Friede! Ohne Frieden kann nichts Gutes gedeihen, weder in der Familie, noch im Staat, weder zwischen einzelnen Personen, noch zwischen den Ländern. „Je mehr jemand zum Frieden mit sich selbst kommt, desto mehr und desto höhere Dinge erkennt er ohne Mühe; denn von oben erhellt ihn das Licht des Erkennens‘‘, sagt Thomas von Kempen.
Wir sind eine Menschheitsfamilie. Unser christlicher Glaube sagt uns, dass alle Menschen ohne Ausnahme trotz aller Unterschiede der Rassen, der Geschichte und der Verschiedenheit der Kulturen von dem einen und selben Gott ins Dasein gerufen sind. Letztlich sind wir alle Brüder und Schwestern. Die Völker sind heute enger zusammengerückt. Jedes politische und kulturelle Ereignis irgendwo in der Welt ist für alle Völker und Regionen der Welt von Bedeutung. Und nukleare Katastrophen machen vor Landesgrenzen nicht Halt. Wir leben in einer Welt, die immer mehr zu einer Einheit und Schicksalsgemeinschaft zusammenwächst. In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage nach der Einheit der Kirche angesichts ihrer Spaltung und Zerrissenheit in viele Kirchen und christlichen Gemeinschaften, die untereinander nicht kommunizieren, auf. Die kirchengeschichtliche Getrenntheit der Kirchen ist ein Skandal, der die Christen im Allgemeinen und ihre Amtsträger in besonderer Weise schrecklich anklagt. Es wäre schön, wenn ich die Einheit der christlichen Kirche noch erleben dürfte, schließlich werde ich auch bald sechzig Jahre alt.
„Das Papsttum in Rom dürfe sich nicht mit den sehr allgemeinen Erklärungen des Zweiten Vatikanums begnügen, innerhalb der einen Kirche sei genügend Platz für eine große Vielfalt vom Raum und der Geschichte her verschiedener Teilkirchen, meint Karl Rahner und fordert ebenfalls die volle Einheit.

ah