Eine Karriere im Doppelpack

Elternhaus Gruber in Aschau im Zillertal - Abmessungen (L/B/H): 40/50/35cm, Anzahl Streichhölzer: ca. 70.000; Elterliches Wohnhaus in Aschau im Zillertal, Mitte der 60er als erstes Streichholzhaus entstanden. Besonders ist, dass nur dieses Haus ausschließ

Buckingham Palace in London - Abmessungen (L/B/H): 115/45/40cm, Vorlage: 3D Puzzle, Maßstab: 1:300, Anzahl Streichhölzer: 31.000, Bauzeit: 600 Stunden

Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau - Abmessungen (L/B/H): 80/80/95cm, Vorlage: 3D Puzzle 1:300, Maßstab: 1:100, Anzahl Streichhölzer: 52.000, Bauzeit: 900 Stunden

Anfangswerk

Frauenkirche in Dresden - Abmessungen (L/B/H): 45/45/85cm, Vorlage: Schreiberbogen 1:300, Maßstab: 1:100, Anzahl Streichhölzer: 26.000, Bauzeit: 550 Stunden

Nicht ganz günstig für eine harmonische Entwicklung standen die Vorzeichen des jungen Aschauers Franz Gruber. Aber was heißt das schon, wenn man weiß, wie oft auch bei bestem Umfeld und in ausgewogener wirtschaftlicher Situation sich nicht die Erwartungshaltung der Eltern im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Kinder erfüllt. Glücklicherweise geschieht es oft genug, dass die Betroffenen ihr Leben selbst in die Hand nehmen, ihnen auch ein Quäntchen Glück zur Seite steht und ihre Bemühungen trotz widriger Umstände zum Erfolg führen. So erlebte Franz Gruber seine Jugend, noch dazu in die Nachkriegszeit hineingeboren, in eine Zeit, in der es den meisten hierzulande (insbesondere auch im Zillertal) mehr oder weniger an allem fehlte.

Franz Gruber (vulgo Strobl Franzl) wurde 1948 in Aschau als Sohn von Frau Hedwig Gruber, mit ledigem Namen Strobl, geboren. Bis zu seinem 12. Lebensjahr wurde der junge Franzl im Wesentlichen von seiner Großmutter versorgt, da seine Eltern in Oberösterreich einen Bauernhof bewirtschafteten. Er besuchte die 8 Schulstufen der Volksschule, der Besuch der Hauptschule in Zell am Ziller war aufgrund der teuren Fahrtkosten für seine Oma als Kriegswitwe nicht erschwinglich. Freizeit gab es kaum, begleitete er doch seine Großmutter bei der Arbeit und musste auch selbst Hand anlegen. Sein Onkel und der damalig Oberlehrer Michael Thaler animierten Franz Gruber auf Grund der guten Zeugnisse zu einem Studium. Oberlehrer Thaler bereitete den jungen Franz Gruber zur Aufnahmeprüfung in der Staatsgewerbeschule vor. Leider war trotz erfolgreicher Aufnahme der Beginn des Studiums aus finanziellen Gründen nicht machbar, hatte der Vater doch begonnen, Haus zu bauen. So begann er eine Lehre als Elektriker, die er abbrechen musste, um den Vater des Verdienstes wegen in die Arbeit nach Deutschland zu begleiten. Der 16-jährige Franz fand Arbeit beim Bau des Ringkanals um den Tegernsee und erzählt heute noch aus dieser Zeit, was es heißt, bei der Arbeit „anzupacken“!
Auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Deutschland verlor Franz Gruber 1967 seinen Arbeitsplatz und verdingte sich an die Asphaltmischanlage bei der Firma „Rieder“ in Vomperbach. Der Tag begann bereits um 4.00 Uhr und endete um 20.00 Uhr abends. Dreimal in der Woche rückte er zusätzlich mit den Schuhplattlern aus. Diese anstrengende Zeit belastete seine Gesundheit sehr. Nach einem Arbeitsunfall verursachte eine verunreinigte Injektion eine Gelbsucht, die ihn 8 Wochen ans Haus band.
In der Zeit der langen Untätigkeit auf Grund seiner Krankheit erinnerte er sich, dass er beim „Ötschen Gasthaus“ ein aus Streichhölzern angefertigtes Haus gesehen hatte. „Um meine Langeweile zu vertreiben, fing ich an, das Haus meiner Eltern aus Streichhölzern nachzubauen“, so Franz Gruber. Fast Tag und Nacht saß er an seinem Werk, das Streichholzhaus wuchs und gelang. So entstand das erste massive Streichholzhaus aus ca. 70.000 abgebrannten Streichhölzern. Das aus Streichhölzern nachgebaute „Elternhaus“ sollte ihn in weiterer Folge über 5 Jahrzehnte als Hobby und Leidenschaft zugleich begleiten, vor allem aber um dem wachsenden beruflichen Stress zu entgegnen.
Dem 9-monatigen Militärdienst folgte der Dienst beim „Riedhardt Seppl“ in Bühel. Seine schönste Zeit im Zillertal! Und als eifriger „Schuhplattler“ lernte er seine spätere Frau kennen.
Probleme mit dem Vater - Friedl Fehle vom Gasthof Löwe hat ähnliche - ließen die Idee aufkommen, auszuwandern. Am Sonntag früh um fünf Uhr beschlossen, saßen sie bereits am Abend im Zug nach Hamburg (Mitte August 1969). Zwei Unbedarfte, aus einem Ort mit 700 Einwohnern, in der Millionenstadt! Friedl arbeitete in einer Flaschenabfüllfabrik und Franz wirkte im Hafen beim Schiffsneubau als Elektriker.
Die Kälte im Winter veranlasste ihn zu einer Bewerbung bei Neckermann, die ein neues Kaufhaus eröffneten. Eigentlich wollte er Hauselektriker werden, wurde aber als Lampenverkäufer eingestellt. Probleme hatte der Verkaufsleiter nur mit seinem Abschlusszeugnis, denn dort stand 4. Klasse - 8. Schulstufe. Franz Gruber könnte ihn nicht überzeugen, dass es in Aschau in der niederorganisierten Volksschule nur 4 Schulklassen gab.
Nun aber kam eine neue Zeit. Schon Ende 1969 heiratete er und Anfang 1972 kam ihr einzi-ger Sohn. Glückliche Umstände führten dazu, dass Franz Gruber schon nach 6 Monaten Erstverkäufer und nach weiteren 3 Monaten Substitutenanwärter war. Nach weiteren 3 Monaten und entsprechender Ausbildung übernahm er die Lampen-Kleinelektro- und Großelektroabteilung. In weiterer Folge wurde Franz Gruber 1973 Abteilungsleiter.
Trotz des zeitaufwendigen Berufes frönte Franz Gruber wieder seinem Hobby und baute Streichholzhäuser nach Vorlagen und in Erinnerung an Aschauer Bauernhäuser und verschiedene Gebäude aus dem Gedächtnis.
In der beruflichen Karriere ging es nun Schlag auf Schlag. Nach der Übernahme von Neckermann durch Karstadt 1976 wurde er Regionallagerleiter für Norddeutschland. Zu seinen weiteren Aufgaben gehörte die Schaffung weiterer Niederlassungen in ganz Deutschland. Danach Verkaufshausleiter in Norderstedt, Berlin (seiner schwersten Zeit) und Lübeck. Mitte 1982 wurde Franz Gruber Distriktleiter für Süddeutschland, 1984 folgte ein weiterer Distrikt und die Betreuung von 26 Verkaufshäusern, Mitte 1985 Vertriebsleiter und Übernahme aller Verkaufshäuser und Urlaubswelten im ganzen Bundesgebiet, 1987 Beförderung zum Vertriebsdirektor aller stationären Einheiten von Neckermann („als jüngster Distriktleiter, jüngster Vertriebsleiter und jüngster Vertriebsdirektor war ich mächtig stolz!“), Aufbau von 80 neuen TechnikWelten, 120 telefonische Bestellvermittlungen für den Versand, Eröffnung von 120 Reisebüros. 1990 wurde an seinem Geburtstag (10. Juli) 10 Tage nach der Währungsanpassung die Technikwelt in Dresden eröffnet. Es folgte eine spannende Zeit beim Neuaufbau in den neuen Bundesländern, wöchentliche Neueröffnungen mit geringsten Mitteln, aber Satelliten auf dem Dach, die die Bestellungen und Reisebuchungen nach Frankfurt übermittelten. 1.400 Mitarbeiter, fast 200 stationäre Außenstellen und ein Umsatzvolumen von über 1,5 Milliarden DM ließen natürlich zeitlich kein „Basteln“ seiner Streichholzhäuser mehr zu.
Nachhaltige wirtschaftliche Veränderungen und die erstarkende Konkurrenz hatten Firmenschließungen zur Folge und erforderten neue Überlegungen und Konzepte, die in den Führungsetagen nicht immer ihre Zustimmung fanden. Franz Gruber fand sich im Vorruhestand wieder, hatte aber dennoch verantwortungsvolle Aufgaben zu erledigen. Da die Quelle Reisebüros hohe Verluste produzierten, machte er den Vorschlag, sie in die Neckermann Organisation einzubinden und sie in „Neckermann Urlaubswelten umzubenennen“. Ende 2004 hatten alle Gremien zugestimmt und sein letztes Jahr nutzte er dazu, die 140 Quelle Reisebüros bei Neckermann einzugliedern. Gegen Ende 2005 war dieses Vorhaben erfolgreich abgeschlossen, und die Reisebüros schrieben schwarze Zahlen. Die Bitte, nun die Altersteilzeit zurück zu geben und zu bleiben, lehnte Franz Gruber ab, denn er war ausgebrannt.
Ein intensives Arbeitsleben war zu Ende. Gerade in den letzten 20 Jahren war es meist eine 60 bis 70 Stunden Woche, seine Familie kam viel zu kurz und ans Bauen von „Zündholzobjekten“ war natürlich auch nicht zu denken. Er hatte die ganze Welt gesehen, in den besten Hotels auf der Erde genächtigt, viel Erfolg genossen, viele Niederlagen eingesteckt und hat aber auch Neckermann viel zu verdanken. „Ich kann auf eine schöne, wenn auch anstrengende Zeit zurückblicken“, so der Aschauer Franz Gruber, der in all den Jahrzehnten beruflicher Herausforderung die Verbindung zu seiner Heimat Aschau und dem Zillertal pflegte, nicht zuletzt als treuer Leser der Zillertaler Heimatstimme.
Nun war er Zuhause und fühlte sich wie im Urlaub. Doch nach 6 Monaten fragte er sich, warum klingelt kein Telefon, warum fahre ich nicht mehr 40.000 km im Jahr.., da fielen ihm wieder die Streichhölzer ein. Das in jungen Jahren begonnene Hobby, das ihn über 50 Jahren begleitete, reifte zu einer zweiten Karriere.
Natürlich musste es was „Anspruchvolles“ sein, und da es inzwischen ganz andere Vorlagen gab, baute er neben Häuser aus Aschau und dem übrigen Zillertal Sacralbauten wie beispielsweise die Dresdner Frauenkirche, den Buckingham-Palast, die Christ Erlöserkirche in Moskau und zahllose weltweit bekannte Gebäude nach. Nur das erste Objekt (Elternhaus in Aschau) ist massiv aus Streichhölzern (dreilagig) angefertigt. Da der Zeitaufwand sonst ins uferlose steigt, baut Franz Gruber nun mit einem Unterbau aus Sperrholz und einer Schicht Streichhölzer. Abgebrannt werden die Streichhölzer nach einer ausgefeilten Technik. Die Objekte wurden immer größer und verursachen nunmehr auch Platzprobleme. Inzwischen interessiert sich auch die Öffentlichkeit. Presse und Medien berichteten über Franz Grubers „diffizile Handwerkskunst“. Zusätzlich können seine Kunstwerke im Internet und in Ausstellungen besichtigt und bewundert werden. Auf die Frage nach dem Preis erklärt Franz Gruber stets das Missverhältnis zwischen Materialaufwand und Arbeitszeit und verkauft deshalb nicht.

Eine Karriere im Doppelpack

Elternhaus Gruber in Aschau im Zillertal - Abmessungen (L/B/H): 40/50/35cm, Anzahl Streichhölzer: ca. 70.000; Elterliches Wohnhaus in Aschau im Zillertal, Mitte der 60er als erstes Streichholzhaus entstanden. Besonders ist, dass nur dieses Haus ausschließ

Buckingham Palace in London - Abmessungen (L/B/H): 115/45/40cm, Vorlage: 3D Puzzle, Maßstab: 1:300, Anzahl Streichhölzer: 31.000, Bauzeit: 600 Stunden

Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau - Abmessungen (L/B/H): 80/80/95cm, Vorlage: 3D Puzzle 1:300, Maßstab: 1:100, Anzahl Streichhölzer: 52.000, Bauzeit: 900 Stunden

Anfangswerk

Frauenkirche in Dresden - Abmessungen (L/B/H): 45/45/85cm, Vorlage: Schreiberbogen 1:300, Maßstab: 1:100, Anzahl Streichhölzer: 26.000, Bauzeit: 550 Stunden

Nicht ganz günstig für eine harmonische Entwicklung standen die Vorzeichen des jungen Aschauers Franz Gruber. Aber was heißt das schon, wenn man weiß, wie oft auch bei bestem Umfeld und in ausgewogener wirtschaftlicher Situation sich nicht die Erwartungshaltung der Eltern im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Kinder erfüllt. Glücklicherweise geschieht es oft genug, dass die Betroffenen ihr Leben selbst in die Hand nehmen, ihnen auch ein Quäntchen Glück zur Seite steht und ihre Bemühungen trotz widriger Umstände zum Erfolg führen. So erlebte Franz Gruber seine Jugend, noch dazu in die Nachkriegszeit hineingeboren, in eine Zeit, in der es den meisten hierzulande (insbesondere auch im Zillertal) mehr oder weniger an allem fehlte.

Franz Gruber (vulgo Strobl Franzl) wurde 1948 in Aschau als Sohn von Frau Hedwig Gruber, mit ledigem Namen Strobl, geboren. Bis zu seinem 12. Lebensjahr wurde der junge Franzl im Wesentlichen von seiner Großmutter versorgt, da seine Eltern in Oberösterreich einen Bauernhof bewirtschafteten. Er besuchte die 8 Schulstufen der Volksschule, der Besuch der Hauptschule in Zell am Ziller war aufgrund der teuren Fahrtkosten für seine Oma als Kriegswitwe nicht erschwinglich. Freizeit gab es kaum, begleitete er doch seine Großmutter bei der Arbeit und musste auch selbst Hand anlegen. Sein Onkel und der damalig Oberlehrer Michael Thaler animierten Franz Gruber auf Grund der guten Zeugnisse zu einem Studium. Oberlehrer Thaler bereitete den jungen Franz Gruber zur Aufnahmeprüfung in der Staatsgewerbeschule vor. Leider war trotz erfolgreicher Aufnahme der Beginn des Studiums aus finanziellen Gründen nicht machbar, hatte der Vater doch begonnen, Haus zu bauen. So begann er eine Lehre als Elektriker, die er abbrechen musste, um den Vater des Verdienstes wegen in die Arbeit nach Deutschland zu begleiten. Der 16-jährige Franz fand Arbeit beim Bau des Ringkanals um den Tegernsee und erzählt heute noch aus dieser Zeit, was es heißt, bei der Arbeit „anzupacken“!
Auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Deutschland verlor Franz Gruber 1967 seinen Arbeitsplatz und verdingte sich an die Asphaltmischanlage bei der Firma „Rieder“ in Vomperbach. Der Tag begann bereits um 4.00 Uhr und endete um 20.00 Uhr abends. Dreimal in der Woche rückte er zusätzlich mit den Schuhplattlern aus. Diese anstrengende Zeit belastete seine Gesundheit sehr. Nach einem Arbeitsunfall verursachte eine verunreinigte Injektion eine Gelbsucht, die ihn 8 Wochen ans Haus band.
In der Zeit der langen Untätigkeit auf Grund seiner Krankheit erinnerte er sich, dass er beim „Ötschen Gasthaus“ ein aus Streichhölzern angefertigtes Haus gesehen hatte. „Um meine Langeweile zu vertreiben, fing ich an, das Haus meiner Eltern aus Streichhölzern nachzubauen“, so Franz Gruber. Fast Tag und Nacht saß er an seinem Werk, das Streichholzhaus wuchs und gelang. So entstand das erste massive Streichholzhaus aus ca. 70.000 abgebrannten Streichhölzern. Das aus Streichhölzern nachgebaute „Elternhaus“ sollte ihn in weiterer Folge über 5 Jahrzehnte als Hobby und Leidenschaft zugleich begleiten, vor allem aber um dem wachsenden beruflichen Stress zu entgegnen.
Dem 9-monatigen Militärdienst folgte der Dienst beim „Riedhardt Seppl“ in Bühel. Seine schönste Zeit im Zillertal! Und als eifriger „Schuhplattler“ lernte er seine spätere Frau kennen.
Probleme mit dem Vater - Friedl Fehle vom Gasthof Löwe hat ähnliche - ließen die Idee aufkommen, auszuwandern. Am Sonntag früh um fünf Uhr beschlossen, saßen sie bereits am Abend im Zug nach Hamburg (Mitte August 1969). Zwei Unbedarfte, aus einem Ort mit 700 Einwohnern, in der Millionenstadt! Friedl arbeitete in einer Flaschenabfüllfabrik und Franz wirkte im Hafen beim Schiffsneubau als Elektriker.
Die Kälte im Winter veranlasste ihn zu einer Bewerbung bei Neckermann, die ein neues Kaufhaus eröffneten. Eigentlich wollte er Hauselektriker werden, wurde aber als Lampenverkäufer eingestellt. Probleme hatte der Verkaufsleiter nur mit seinem Abschlusszeugnis, denn dort stand 4. Klasse - 8. Schulstufe. Franz Gruber könnte ihn nicht überzeugen, dass es in Aschau in der niederorganisierten Volksschule nur 4 Schulklassen gab.
Nun aber kam eine neue Zeit. Schon Ende 1969 heiratete er und Anfang 1972 kam ihr einzi-ger Sohn. Glückliche Umstände führten dazu, dass Franz Gruber schon nach 6 Monaten Erstverkäufer und nach weiteren 3 Monaten Substitutenanwärter war. Nach weiteren 3 Monaten und entsprechender Ausbildung übernahm er die Lampen-Kleinelektro- und Großelektroabteilung. In weiterer Folge wurde Franz Gruber 1973 Abteilungsleiter.
Trotz des zeitaufwendigen Berufes frönte Franz Gruber wieder seinem Hobby und baute Streichholzhäuser nach Vorlagen und in Erinnerung an Aschauer Bauernhäuser und verschiedene Gebäude aus dem Gedächtnis.
In der beruflichen Karriere ging es nun Schlag auf Schlag. Nach der Übernahme von Neckermann durch Karstadt 1976 wurde er Regionallagerleiter für Norddeutschland. Zu seinen weiteren Aufgaben gehörte die Schaffung weiterer Niederlassungen in ganz Deutschland. Danach Verkaufshausleiter in Norderstedt, Berlin (seiner schwersten Zeit) und Lübeck. Mitte 1982 wurde Franz Gruber Distriktleiter für Süddeutschland, 1984 folgte ein weiterer Distrikt und die Betreuung von 26 Verkaufshäusern, Mitte 1985 Vertriebsleiter und Übernahme aller Verkaufshäuser und Urlaubswelten im ganzen Bundesgebiet, 1987 Beförderung zum Vertriebsdirektor aller stationären Einheiten von Neckermann („als jüngster Distriktleiter, jüngster Vertriebsleiter und jüngster Vertriebsdirektor war ich mächtig stolz!“), Aufbau von 80 neuen TechnikWelten, 120 telefonische Bestellvermittlungen für den Versand, Eröffnung von 120 Reisebüros. 1990 wurde an seinem Geburtstag (10. Juli) 10 Tage nach der Währungsanpassung die Technikwelt in Dresden eröffnet. Es folgte eine spannende Zeit beim Neuaufbau in den neuen Bundesländern, wöchentliche Neueröffnungen mit geringsten Mitteln, aber Satelliten auf dem Dach, die die Bestellungen und Reisebuchungen nach Frankfurt übermittelten. 1.400 Mitarbeiter, fast 200 stationäre Außenstellen und ein Umsatzvolumen von über 1,5 Milliarden DM ließen natürlich zeitlich kein „Basteln“ seiner Streichholzhäuser mehr zu.
Nachhaltige wirtschaftliche Veränderungen und die erstarkende Konkurrenz hatten Firmenschließungen zur Folge und erforderten neue Überlegungen und Konzepte, die in den Führungsetagen nicht immer ihre Zustimmung fanden. Franz Gruber fand sich im Vorruhestand wieder, hatte aber dennoch verantwortungsvolle Aufgaben zu erledigen. Da die Quelle Reisebüros hohe Verluste produzierten, machte er den Vorschlag, sie in die Neckermann Organisation einzubinden und sie in „Neckermann Urlaubswelten umzubenennen“. Ende 2004 hatten alle Gremien zugestimmt und sein letztes Jahr nutzte er dazu, die 140 Quelle Reisebüros bei Neckermann einzugliedern. Gegen Ende 2005 war dieses Vorhaben erfolgreich abgeschlossen, und die Reisebüros schrieben schwarze Zahlen. Die Bitte, nun die Altersteilzeit zurück zu geben und zu bleiben, lehnte Franz Gruber ab, denn er war ausgebrannt.
Ein intensives Arbeitsleben war zu Ende. Gerade in den letzten 20 Jahren war es meist eine 60 bis 70 Stunden Woche, seine Familie kam viel zu kurz und ans Bauen von „Zündholzobjekten“ war natürlich auch nicht zu denken. Er hatte die ganze Welt gesehen, in den besten Hotels auf der Erde genächtigt, viel Erfolg genossen, viele Niederlagen eingesteckt und hat aber auch Neckermann viel zu verdanken. „Ich kann auf eine schöne, wenn auch anstrengende Zeit zurückblicken“, so der Aschauer Franz Gruber, der in all den Jahrzehnten beruflicher Herausforderung die Verbindung zu seiner Heimat Aschau und dem Zillertal pflegte, nicht zuletzt als treuer Leser der Zillertaler Heimatstimme.
Nun war er Zuhause und fühlte sich wie im Urlaub. Doch nach 6 Monaten fragte er sich, warum klingelt kein Telefon, warum fahre ich nicht mehr 40.000 km im Jahr.., da fielen ihm wieder die Streichhölzer ein. Das in jungen Jahren begonnene Hobby, das ihn über 50 Jahren begleitete, reifte zu einer zweiten Karriere.
Natürlich musste es was „Anspruchvolles“ sein, und da es inzwischen ganz andere Vorlagen gab, baute er neben Häuser aus Aschau und dem übrigen Zillertal Sacralbauten wie beispielsweise die Dresdner Frauenkirche, den Buckingham-Palast, die Christ Erlöserkirche in Moskau und zahllose weltweit bekannte Gebäude nach. Nur das erste Objekt (Elternhaus in Aschau) ist massiv aus Streichhölzern (dreilagig) angefertigt. Da der Zeitaufwand sonst ins uferlose steigt, baut Franz Gruber nun mit einem Unterbau aus Sperrholz und einer Schicht Streichhölzer. Abgebrannt werden die Streichhölzer nach einer ausgefeilten Technik. Die Objekte wurden immer größer und verursachen nunmehr auch Platzprobleme. Inzwischen interessiert sich auch die Öffentlichkeit. Presse und Medien berichteten über Franz Grubers „diffizile Handwerkskunst“. Zusätzlich können seine Kunstwerke im Internet und in Ausstellungen besichtigt und bewundert werden. Auf die Frage nach dem Preis erklärt Franz Gruber stets das Missverhältnis zwischen Materialaufwand und Arbeitszeit und verkauft deshalb nicht.